📖 Teil 1: Lernstoff – Alle wichtigen Fakten
🌍 Einführung: Was sind Wirbellose Tiere?
Merksatz
Tiere werden danach eingeteilt, ob sie eine
Wirbelsäule haben (Wirbeltiere) oder
nicht haben (Wirbellose).
- Zu den Wirbellosen gehören: Insekten, Spinnen, Ringelwürmer, Schnecken und viele andere
- Insekten sind mit Abstand die artenreichste Tiergruppe
- Insekten leben an Land, in der Luft und im Wasser
- Wissenschaftler schätzen: Es gibt mehrere Millionen Insektenarten
- Auf der Erde sind weit über die Hälfte der bekannten Tierarten Insekten
🐝 7.1 – Insekten: Merkmale & Körperbau
Typische Merkmale eines Insekts (Honigbiene)
⭐ Super wichtig – auswendig lernen!
Insekten haben:
6 Beine · 3 Körperabschnitte · Außenskelett · meist Flügel · 2 Komplexaugen · 2 Fühler
| Körperteil | Aufgabe / Beschreibung |
| Kopf | Orientierung & Nahrungsaufnahme; trägt Komplexaugen, Fühler, Mundwerkzeuge |
| Brust (Thorax) | Ansatz für 6 Beine und 4 Flügel; stabile miteinander verwachsene Platten |
| Hinterleib (Abdomen) | Enthält Organe für Stoffwechsel und Fortpflanzung; ringförmige Segmente mit Atemöffnungen |
| Außenskelett | Harter Schutz aus Chitin; ersetzt inneres Skelett; schützt wie eine Ritterrüstung |
| Gliederbeine | Röhrenförmige Glieder verbunden durch Gelenke; 6 Stück (nur bei Insekten!) |
| Komplexaugen | 2 große Augen, bestehen aus vielen Einzelaugen |
| Fühler (Antennen) | Zum Tasten und Riechen |
Innere Organe der Insekten
- Skelett & Muskulatur: Außenskelett = Schutz & Stabilität; Muskeln liegen innen; Gelenke haben Beuger + Strecker (Gegenspielerprinzip)
- Offener Blutkreislauf: Blut fließt nicht in Gefäßen, sondern offen im Körper; wird durch ein röhrenförmiges Röhrenherz angetrieben
- Tracheenatmung: Kleine Öffnungen (Atemöffnungen/Stigmen) im Hinterleib → Luft gelangt in Tracheen (dünne Röhren) → Sauerstoff direkt zu allen Organen; CO₂ wird nach außen abgegeben
- Nervensystem (Strickleiternervensystem): Gehirn = Ansammlung von Nervenzellen über dem Mund; 2 dicke Nervenstränge verlaufen auf der Bauchseite durch den ganzen Körper
Gegenspielerprinzip
Ein Muskel kann nur ziehen, nie drücken. Deshalb arbeiten immer 2 Muskeln gegeneinander:
Beuger zieht sich zusammen → Bein beugt sich.
Strecker zieht sich zusammen → Bein streckt sich.
🍯 Leben im Bienenstaat
Die drei Bienenkastes
| Kaste | Größe | Aufgabe | Besonderheiten |
| Königin | 20 mm | Eier legen (einzige Aufgabe) | Einzige fruchtbare Weibliche; wird von Arbeiterinnen gefüttert |
| Arbeiterin | 14 mm | Alles andere: Putzen, Larven füttern, Waben bauen, Nektar holen, Wache | Nicht fruchtbar; lebt nur 6 Wochen im Sommer |
| Drohn | 16 mm | Begatten der Königin | Kein Stachel, harmlos; werden im Herbst verjagt ("Drohnenschlacht") |
Lebenszyklus im Bienenstaat
- Frühling: Königin legt befruchtete Eier in Wabenzellen; nach 3 Tagen schlüpft Larve; Wachsdeckel am 9. Tag; am 21. Tag schlüpft fertige Biene
- Drohnen: entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern in 24 Tagen
- Schwarmstimmung: wenn Volk zu groß wird (bis 50.000 Tiere) → alte Königin verlässt mit ca. der Hälfte den Stock → bilden Schwarm → suchen neuen Platz
- Hochzeitsflug: Junge Königin tötet Konkurrentinnen → fliegt mehrfach aus → wird von Drohnen begattet → beginnt Eiablage
- Winter: Bienen bilden Wintertraube → zittern mit Flugmuskeln für Wärme → ernähren sich von Honigvorräten
Bienenvolk als System
Das Bienenvolk funktioniert wie ein Organismus: die Bienen entsprechen mit ihren spezialisierten Aufgaben verschiedenen Organen. Nur ein ganzes Volk bildet ein funktionierendes System.
💃 Kommunikation im Bienenstaat
Tanzsprache der Bienen (Karl von Frisch)
- Duftstoffe: Bienen verständigen sich über Duftstoffe aus Drüsen; die Königin gibt Duftstoffe ab, die im Volk verteilt werden
- Rundtanz: Futterquelle ist weniger als 150 m entfernt → Biene läuft in Kreisen, wechselt immer wieder die Richtung → keine Richtungsinfo nötig
- Schwänzeltanz: Futterquelle ist mehr als 150 m entfernt → Biene läuft gerades Stück, schwänzelt mit Hinterleib → zeigt Richtung und Entfernung
- Richtung im Schwänzeltanz: Senkrecht nach oben = Richtung Sonne; Winkel auf der Wabe = Winkel zwischen Futterquelle und Sonne
- Entfernung: Je weiter die Quelle, desto weniger Schwänzelläufe pro Minute
Forscher
Karl von Frisch entdeckte und erforschte die Tanzsprache der Bienen.
🐜 Ameisen – Organisation eines Insektenstaates
Ameisengesellschaft
- Arbeiterinnen: holen Nahrung, bauen Nesthügel, verteidigen, versorgen Larven, füttern Königin → spritzen bei Gefahr Ameisensäure
- Königin: legt das ganze Jahr Eier; pro Nest nur eine oder Tausende je nach Art
- Männchen: nur im Frühjahr; haben Flügel; begatten Königinnen beim "Hochzeitsflug"; sterben danach
- Erkennung: über Duftstoffe aus Drüsen + Fühler-Kontakt
- Ameisenhügel = Nest für bis zu 1 Million Tiere; hat Bruträume und Vorratskammern; mehrere Öffnungen (bei Kälte geschlossen)
- Nahrung: Blütennektar, Pflanzensamen, Insekten, Larven, Aas; großes Volk frisst bis 100.000 Insekten pro Tag
- Ameisen gelten als Nützlinge (fressen Schädlinge der Bäume)
🦗 Angepasstheiten bei Insekten
Beine – Verschiedene Funktionen
| Insekt | Beintyp | Anpassung |
| Heuschrecke | Sprungbein | Lange, kräftige Hinterbeine → große Sprünge |
| Gottesanbeterin | Fangbein | Gebogen, mit Zähnen → greift Beute blitzschnell |
| Honigbiene | Sammelbein | Borsten am Hinterbein → Pollen sammeln → Pollentasche |
| Kopflaus | Klammerbein | Fußkralle so gebogen → hält sich an Haaren fest |
| Sandlaufkäfer | Laufbein | Schlank, schnell → jagt Beute zu Fuß |
Mundwerkzeuge – Verschiedene Formen
| Typ | Insekt | Beschreibung |
| Kauend-beißend | Heuschrecke, Ameise | Starke Oberkiefer zum Zerkleinern |
| Saugrüssel | Schmetterling | Langer Rüssel, aufrollbar → saugt Nektar |
| Stechrüssel | Stechmücke | Sticht Haut von Säugetieren → saugt Blut |
| Leck-Saugrüssel | Honigbiene | Löffelartige Zunge + Saugrüssel → leckt und saugt |
| Stechend-saugend | Wanze | Sticht Pflanzen und saugt Pflanzensaft |
Merksatz Angepasstheit
Sowohl Beine als auch Mundwerkzeuge sind so gebaut, dass sie bei vielen Insektenarten spezielle Funktionen erfüllen können – angepasst an die jeweilige Lebensweise.
🦋 Entwicklung von Insekten
Vollständige Verwandlung (Metamorphose) mit Puppenstadium
Reihenfolge – auswendig lernen!
Ei → Larve (Raupe) → Puppe → Imago (erwachsenes Insekt)
- Beispiele: Schmetterlinge, Käfer, Bienen, Fliegen, Mücken
- Larven sind auf Fressen spezialisiert (fressen viel, wachsen schnell)
- Außenskelett kann nicht mitwachsen → Larven häuten sich mehrfach
- Beim Verpuppen spinnt sich die Larve ein → Puppe = scheinbar ruhig, aber innen großer Umbau der Organe (Metamorphose)
- Imago = fertig entwickeltes, geschlechtsreifes Insekt; hat Flügel und Geschlechtsorgane
Unvollständige Verwandlung (ohne Puppenstadium)
Reihenfolge
Ei → Larve (ähnelt Imago) → Imago – durch mehrfache Häutungen
- Beispiele: Heuschrecke, Wanze, Libelle
- Larven sehen dem erwachsenen Tier schon ähnlich; nur Flügel und Geschlechtsorgane noch nicht ausgebildet
- Mit jeder Häutung werden sie größer und dem Imago ähnlicher
- Aus der 7. Häutung geht das geschlechtsreife Tier hervor
- Auch als unvollständige Metamorphose bezeichnet
🪰 Insektenflug
Direkte Flugmuskulatur (z.B. Libelle, Heuschrecke)
- Muskeln setzen direkt an den Flügeln an
- Heber-Muskel: zieht sich zusammen → Flügel geht hoch
- Senker-Muskel: zieht sich zusammen → Flügel geht runter
- Beide arbeiten nach dem Gegenspielerprinzip
- Libellen können 4 Flügel unabhängig bewegen → sehr wendig, können in Luft stehen, rückwärts fliegen
- Libellen erreichen über 40 km/h
Indirekte Flugmuskulatur (z.B. Schwebfliege, Biene)
- Muskeln setzen nicht direkt an Flügeln an, sondern am Brustkorb
- Längsmuskeln (Senker): zusammenziehen → Rückenplatte nach oben → Flügel senken sich
- Quermuskeln (Heber): zusammenziehen → Rückenplatte nach unten → Flügel heben sich
- Alle Flügel bewegen sich gleichzeitig im Gleichtakt
- Schwebfliegen schaffen bis zu 1000 Flügelschläge pro Sekunde
Modell
Indirekte Flugmuskulatur kann man mit einem
Kochtopf-Modell (Topf mit zu kleinem Deckel und Holzlöffeln) veranschaulichen.
🔬 Vielfalt der Insekten (Ordnungen)
Insektenordnungen – Übersicht
| Ordnung | Beispiele | Puppenstadium? | Merkmale |
| Libellen | Prachtlibelle | Nein | 4 häutige Flügel, direkte Flugmuskulatur, Larven im Wasser |
| Heuschrecken | Heupferd, Grille | Nein | Kräftige Hinterbeine, kauende Mundwerkzeuge, essen Pflanzen |
| Wanzen | Feuerwanze | Nein | Vorderflügel halb hart/halb häutig, dreieckiges Schildchen |
| Fischchen (Urinsekten) | Silberfischchen | Nein | Keine Flügel; älteste Insekten; sehen wie Urinsekten aus |
| Käfer | Maikäfer, Marienkäfer | Ja | Harte Vorderflügel (Deckflügel), häutige Hinterflügel darunter |
| Schmetterlinge | Kleiner Fuchs | Ja | Schuppen auf Flügeln, langer Saugrüssel; >180.000 Arten |
| Hautflügler | Bienen, Wespen, Ameisen | Ja | 4 häutige Flügel, indirekte Flugmuskulatur; >100.000 Arten |
| Zweiflügler | Mücken, Fliegen | Ja | Nur 2 Flügel (Hinterflügel = Kolben), bis 1000 Schläge/s |
📝 Fachbegriffe – Vokabular
AußenskelettHartes Chitin-Skelett außen am Körper der Insekten
ChitinBaustoff des Außenskeletts der Insekten
GliederbeineAus Röhren und Gelenken aufgebaute Beine
ImagoDas fertig entwickelte, erwachsene Insekt
MetamorphoseVollständige Verwandlung mit Puppenstadium
TracheenDünne Röhren zur Atmung bei Insekten
KomplexaugeAus vielen Einzelaugen zusammengesetztes Auge
Gegenspielerprinzip2 Muskeln wirken entgegengesetzt an einem Gelenk
SchwänzeltanzBienentanz für Futterquellen > 150 m
RundtanzBienentanz für Futterquellen < 150 m
Offener BlutkreislaufBlut fließt nicht in Gefäßen sondern offen im Körper
DrohneMännliche Biene; aus unbefruchteten Eiern
ArbeiterinUnfruchtbare weibliche Biene mit vielen Aufgaben
SchwarmTeil des Bienevolks, der mit alter Königin auszieht
StrickleiternervensystemNervensystem der Insekten mit 2 parallelen Strängen
HäutungLarve wirft altes Außenskelett ab um zu wachsen
NützlingTier, das Menschen nützt (z.B. Waldameise)
OrdnungSystematische Gruppe von Insekten mit ähnlichen Merkmalen
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📋 Teil 2: Mögliche Klassenarbeit-Fragen & Antworten
👆 Tippe auf eine Frage, um die Antwort zu sehen!
Insekten erkennt man an:
1. 6 Gliederbeine (kein anderes Tier hat genau 6)
2. 3 Körperabschnitte: Kopf, Brust und Hinterleib
3. Außenskelett aus Chitin (hartes Skelett außen am Körper)
Außerdem: meist 4 Flügel, 2 Fühler, 2 Komplexaugen
Kopf: Dient zur Orientierung und Nahrungsaufnahme. Trägt 2 Komplexaugen (zum Sehen), 2 Fühler (zum Tasten und Riechen) und Mundwerkzeuge.
Brust (Thorax): Trägt die 6 Gliederbeine und die 4 Flügel. Besteht aus stabilen miteinander verwachsenen Platten.
Hinterleib (Abdomen): Enthält die wichtigsten Organe für Stoffwechsel und Fortpflanzung. Hat kleine Atemöffnungen an den Seiten.
Das Außenskelett ist eine harte Hülle aus dem Stoff Chitin, die außen am Körper der Insekten sitzt. Es besteht aus harten, aber elastischen Platten, die über bewegliche Hautfalten verbunden sind.
Es dient als Schutz (wie eine Ritterrüstung) für die inneren Organe und als Stütze für den Körper. Außerdem haben die Muskeln innen am Außenskelett Ansatzpunkte.
Königin (20 mm): Sie ist die einzige fruchtbare Weibliche im Volk. Ihre einzige Aufgabe ist das Eierlegen. Sie wird von Arbeiterinnen gefüttert und gepflegt.
Arbeiterin (14 mm): Sie erledigt alle anderen Aufgaben: Stock putzen, Larven füttern, Waben bauen, Nektar und Pollen sammeln, das Flugloch bewachen. Im Sommer lebt sie nur 6 Wochen.
Drohn (16 mm): Er hat nur eine Aufgabe: die Königin zu begatten. Er hat keinen Stachel und ist harmlos. Im Herbst werden die Drohnen von den Arbeiterinnen aus dem Stock vertrieben (Drohnenschlacht).
Rundtanz: Die Biene läuft in einem Kreis und wechselt dabei ständig die Richtung. Dieser Tanz zeigt an, dass die Futterquelle weniger als 150 Meter vom Bienenstock entfernt ist. Er gibt keine Richtungsinformation.
Schwänzeltanz: Die Biene läuft ein gerades Stück und schwänzelt dabei mit dem Hinterleib. Dann geht sie im Halbkreis zurück und schwänzelt wieder. Dieser Tanz zeigt an, dass die Futterquelle mehr als 150 Meter entfernt ist. Der Winkel des geraden Teils zeigt die Richtung (relativ zur Sonne), die Anzahl der Schwänzelläufe pro Minute zeigt die Entfernung (weniger Läufe = weiter entfernt).
Ein Muskel kann nur ziehen, nicht drücken. Deshalb sind an jedem Gelenk immer zwei Muskeln notwendig, die entgegengesetzt wirken:
• Beugemuskel (Beuger): Zieht sich zusammen → das Bein wird abgeknickt (Beugemuskel zieht, Streckmuskel erschlafft)
• Streckmuskel (Strecker): Zieht sich zusammen → das Bein wird gestreckt (Streckmuskel zieht, Beugemuskel erschlafft)
Dieses Prinzip nennt man Gegenspielerprinzip. Es findet sich auch an Gelenken von Wirbeltieren.
Insekten haben keine Lunge. Sie atmen über ein Tracheensystem:
1. An den Seiten von Hinterleib und Brust befinden sich kleine Öffnungen: die Atemöffnungen (Stigmen)
2. Durch diese Öffnungen gelangt Luft in dünne Röhren, die Tracheen, die zu allen inneren Organen führen
3. Sauerstoff gelangt so direkt aus der Luft zu den Organen (ohne Blut!)
4. Kohlenstoffdioxid (CO₂) wird auf dem gleichen Weg nach außen abgegeben
5. Der Austausch verbrauchter Luft gegen frische erfolgt durch Druck (Zusammenpressen und Ausdehnen der Tracheen)
Vollständige Verwandlung (vollständige Metamorphose):
Ablauf: Ei → Larve → Puppe → Imago
Die Larve sieht völlig anders aus als das Imago und hat andere Aufgaben (fressen). Im Puppenstadium werden alle Organe komplett umgebaut. Beispiele: Schmetterling, Käfer
Unvollständige Verwandlung (unvollständige Metamorphose):
Ablauf: Ei → Larve → (Häutungen) → Imago (kein Puppenstadium!)
Die Larve ähnelt dem Imago bereits. Mit jeder Häutung wird sie größer. Nur Flügel und Geschlechtsorgane fehlen noch. Beispiele: Heuschrecke, Wanze
Direkte Flugmuskulatur:
Die Muskeln setzen direkt an den Flügeln an. Heber-Muskel → Flügel hoch; Senker-Muskel → Flügel runter. Jeder Flügel kann einzeln gesteuert werden → sehr wendig.
Beispiel: Libelle, Heuschrecke
Indirekte Flugmuskulatur:
Die Muskeln setzen NICHT direkt an den Flügeln an, sondern am Brustkorb. Längsmuskeln (Senker) und Quermuskeln (Heber) verformen den Brustkorb → alle Flügel bewegen sich gleichzeitig. Ermöglicht sehr viele Flügelschläge pro Sekunde.
Beispiel: Schwebfliege, Honigbiene
Insekten haben ein Außenskelett aus Chitin. Dieses ist hart und starr und kann nicht mitwachsen, wenn die Larve größer wird.
Damit die Larve wachsen kann, muss sie ihr altes Außenskelett ablegen (häuten). Darunter bildet sich vorher ein neues, weiches Außenskelett. Das neue Außenskelett dehnt sich kurz nach der Häutung aus und erhärtet dann. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach.
Wenn das Bienenvolk im Sommer auf bis zu 50.000 Tiere angewachsen ist, wird es im Stock zu eng. Das Volk gerät in Schwarmstimmung:
1. Arbeiterinnen bauen besonders große Zellen, in denen neue Königinnen entstehen
2. Bevor die erste junge Königin schlüpft, verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen den Stock
3. Zehntausende Bienen schwirren durch die Luft und bilden einen Schwarm, der eine neue Unterkunft sucht
Zweck: Vermehrung des Bienenvolkes – das Muttervolks bleibt im alten Stock (mit neuer Königin), und der Schwarm gründet ein neues Volk.
1. Sprungbein (Heuschrecke): Die Hinterbeine sind besonders lang und kräftig. Der Schenkel ist muskulös. Damit kann die Heuschrecke große Sprünge machen und schnell vor Feinden fliehen.
2. Sammelbein (Honigbiene): Am Hinterbein befinden sich lange Borsten und eine breite Schiene. Die Honigbiene sammelt beim Blütenbesuch Pollen, bürstet ihn mit den Borsten vom Körper und presst ihn zu einer Pollentasche (Corbícula) zusammen.
3. Fangbein (Gottesanbeterin): Das Vorderbein ist stark gebogen und mit scharfen Zähnen ausgestattet. Es kann blitzschnell vorschnellen, um Beute zu ergreifen und festzuhalten.
Im Ameisenstaat gibt es eine klare Arbeitsteilung:
Königin: Legt das ganze Jahr Eier. Wird von Arbeiterinnen gefüttert.
Arbeiterinnen (steril, weiblich): Sie erledigen alle Arbeiten: Nahrung beschaffen, Nest bauen und reparieren, Verteidigung (spritzen Ameisensäure), Larven versorgen, Königin füttern.
Männchen: Nur im Frühjahr vorhanden. Haben Flügel. Ihre einzige Aufgabe ist der Hochzeitsflug zur Begattung junger Königinnen. Danach sterben sie.
Die Ameisen erkennen sich durch Duftstoffe und kommunizieren über Fühler.
Das Außenskelett ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Insekten aus mehreren Gründen:
1. Schutz: Es schützt die inneren Organe vor Verletzungen, Austrocknung und Fressfeinden.
2. Bewegung: Die Gelenke zwischen den harten Segmenten ermöglichen präzise Bewegungen. Die Muskeln haben innen feste Ansatzpunkte.
3. Vielfalt: Das Außenskelett kann an vielen Körperstellen zu Spezialwerkzeugen umgeformt werden – z.B. zu Fangbeinen, Sammelbeinen, Grabbeinen, verschiedenen Mundwerkzeugen oder Deckflügeln bei Käfern. Diese Spezialisierung ermöglicht es Insekten, sehr unterschiedliche Lebensweisen zu entwickeln.
4. Lebensräume: Da das Außenskelett Austrocknung verhindert, können Insekten auch in trockenen Lebensräumen überleben.
Insekten (Tracheenatmung):
Luft gelangt durch Atemöffnungen (Stigmen) direkt in Tracheen (Röhren) → Sauerstoff gelangt direkt zu den Organen ohne Blut. CO₂ wird auf dem gleichen Weg nach außen abgegeben. Das Blut transportiert KEINEN Sauerstoff.
Wirbeltiere (Lungenatmung):
Luft gelangt über Nase/Mund → Luftröhre → Lunge. In der Lunge wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen. Das Blut transportiert den Sauerstoff zu den Organen. CO₂ wird vom Blut zurück zur Lunge transportiert und ausgeatmet.
Vergleich: Bei Insekten ist der Weg direkter (ohne Blut), bei Wirbeltieren wird Sauerstoff durch den Blutkreislauf zu den Organen gebracht. Bei Insekten funktioniert die Atmung nur bei kleinen Körpern, da Tracheen nur kurze Strecken überbrücken können.
Der Begriff "Puppenruhe" entstand, weil die Puppe von außen vollkommen reglos und ruhig wirkt. Sie bewegt sich nicht, frisst nicht und fliegt nicht.
Die Bezeichnung ist jedoch ungenau, weil im Inneren der Puppe intensivste Aktivität stattfindet: Die Organe des Larvenstadiums werden vollständig umgebaut (Metamorphose). Muskeln, Flügel, Mundwerkzeuge, Augen und Geschlechtsorgane werden neu gebildet oder stark verändert. Dies erfordert viel Energie und ist alles andere als "Ruhe".
Libellen – direkte Flugmuskulatur:
Bei Libellen setzen die Flugmuskeln direkt an den einzelnen Flügeln an. Jeder Flügel hat seinen eigenen Heber- und Senkermuskel, die unabhängig voneinander angesteuert werden können. Deshalb kann die Libelle jeden Flügel separat bewegen und damit sehr komplizierte Flugmanöver ausführen (z.B. in der Luft stehen, rückwärts fliegen).
Schwebfliegen – indirekte Flugmuskulatur:
Bei Schwebfliegen setzen die Flugmuskeln nicht an den Flügeln an, sondern am Brustkorb. Die Muskeln verformen den Brustkorb, was alle Flügel gleichzeitig bewegt. Da alle Flügel mechanisch gekoppelt sind, können sie nicht einzeln gesteuert werden – sie bewegen sich immer im Gleichtakt.
Insekten ohne Puppenstadium (unvollständige Verwandlung):
1. Libellen
2. Heuschrecken (und Grillen)
3. Wanzen
4. Silberfischchen (Urinsekten – entwickeln sich gar nicht im herkömmlichen Sinn, nur Wachstum durch Häutungen)
Waldameisen gelten als Nützlinge aus folgenden Gründen:
1. Sie fressen Schädlinge: Ein großes Ameisenvolk kann bis zu 100.000 Insekten pro Tag fressen, darunter viele Schadinsekten (z.B. Blattkäfer, Raupen), die Bäume schädigen.
2. Sie schützen den Wald: Durch das Fressen von schädlichen Insekten schützen sie die Bäume vor Kahlfraß.
3. Bodenverbesserung: Beim Bauen ihrer unterirdischen Gänge lockern sie den Boden auf.
Aus Sicht des Försters sind Waldameisen daher wichtige Helfer im Ökosystem Wald.
Die Königin produziert ständig Duftstoffe (Pheromone), die von ihr im Volk verteilt werden. Diese Duftstoffe werden durch das ständige gegenseitige Füttern und Berühren der Bienen (Trophallaxis) im gesamten Volk weitergegeben.
Sobald die Königin fehlt, fehlen auch diese Duftstoffe. Da alle Bienen im Kontakt miteinander stehen, bemerken die Bienen das Fehlen der Königin-Duftstoffe sehr schnell – schon nach wenigen Stunden.
Als Reaktion darauf beginnen die Arbeiterinnen, neue Königinnenzellen zu bauen, um eine Nachfolge-Königin aufzuziehen.
Im Schwänzeltanz informiert eine Sammelbiene ihre Stockgenossinnen über Entfernung und Richtung einer Futterquelle:
Entfernung: Die Anzahl der Schwänzelläufe pro Minute gibt die Entfernung an. Je weiter die Futterquelle entfernt ist, desto weniger Schwänzelläufe pro Minute werden ausgeführt (weil jeder Lauf länger dauert).
Beispiel aus dem Experiment: Bei 200 m Entfernung viele Schwänzelläufe pro Minute; bei 800 m deutlich weniger Schwänzelläufe pro Minute.
Richtung: Der Winkel des geraden Schwänzelteils relativ zur Senkrechten auf der Wabe entspricht dem Winkel zwischen Futterquelle und Sonnenstand.
| Merkmal | Insekten | Spinnentiere |
| Beine | 6 Beine | 8 Beine |
| Körperabschnitte | 3 (Kopf, Brust, Hinterleib) | 2 (Kopfbrust, Hinterleib) |
| Fühler | Ja, 2 Fühler | Nein, keine Fühler |
| Flügel | Meist vorhanden | Keine |
| Beispiele | Bienen, Käfer, Fliegen | Spinnen, Zecken, Milben |
Beim Rundtanz läuft die Biene in einem Kreis und wechselt dabei ständig die Richtung. Da die Biene keine gerade Strecke tanzt, gibt sie keine Richtungsinformation weiter.
Warum nicht nachteilig: Der Rundtanz signalisiert, dass die Futterquelle weniger als 150 Meter vom Stock entfernt ist. In einem so kleinen Radius reicht es, wenn die Bienen einfach in alle Richtungen auschwärmen und selbst suchen. Der Duft, den die Sammelbiene an sich trägt, gibt ihnen zudem einen Hinweis, welche Art von Nahrungsquelle sie suchen sollen. Bei kurzen Entfernungen ist die Suche also effizient, auch ohne genaue Richtungsangabe.
Das Röhrenherz der Insekten liegt im Hinterleib und pumpt das Blut nach vorne durch den Körper. Das Blut fließt dann offen durch den Körper zurück (offener Blutkreislauf).
Problem bei schmalen Strukturen: Fühler und Gliederbeine sind sehr dünn und lang. Das Röhrenherz im Hinterleib erzeugt allein nicht genug Druck, um das Blut effizient durch diese engen, weit entfernten Strukturen zu pumpen.
Lösung – zusätzliche kleine Herzen: An der Basis der Fühler und Beine befinden sich kleine Hilfsherzen. Diese pumpen das Blut gezielt in diese schmalen Strukturen. Dadurch werden Fühler und Beine gut mit Nährstoffen versorgt und können optimal funktionieren (Tasten, Riechen, Laufen, Greifen).
🌸 Frühling:
• Königin beginnt Eier in normale Wabenzellen zu legen
• Larven werden von Arbeiterinnen gefüttert
• Am 21. Tag schlüpfen neue Arbeiterinnen
• Volk wächst schnell
☀️ Sommer:
• Volk wächst auf bis zu 50.000 Bienen
• Arbeiterinnen sammeln Nektar und Pollen
• Schwarmstimmung: alte Königin zieht mit Schwarm aus
• Hochzeitsflug der neuen Königin
• Ende August: Drohnenschlacht – Drohnen werden verjagt
• Honig wird eingelagert
🍂 Herbst:
• Weniger Blüten → weniger Aktivität
• Drohnen werden aus dem Stock geworfen
• Bienen bereiten sich auf Winter vor
❄️ Winter:
• Bienen bilden eine Wintertraube
• Sie zittern mit Flugmuskeln → erzeugen Wärme
• Ernähren sich von Honigvorräten
• Königin ruht im Zentrum der Traube
🌿 Viel Erfolg bei der Klassenarbeit! 🌿
Alle Fakten basieren auf Kapitel 7 deines Biologie-Schulbuchs · Klasse 6 Baden-Württemberg